Wasserschloss Angern erlebt regelrechten Besucheransturm

Tag des offenen Denkmals
Von Burkhard Steffen

Zahlreiche Baudenkmäler in ganz Deutschland öffneten zum Tag des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag ihre Pforten. Darunter auch das Wasserschloss Angern, das einen regelrechten Besucheransturm erlebte.

Angern. Schlossherr Alexander Graf von der Schulenburg persönlich führte die Besucher durch die Gemächer des Wasserschlosses, das sein Vorfahr Christoph-Daniel von der Schulenburg in den Jahren 1740 bis 1743 im Rokokostil von einem unbekannten Baumeister errichten ließ.

Zu DDR-Zeiten als Fachschule für Meliorationsbau genutzt, verfiel das Schloss nach der Wende zusehends. Alexander Graf von der Schulenburg kaufte es vom Staat zurück und steckte bislang einschließlich verschiedener Fördermittel mehr als eine Million Euro in die Sanierung.

Möbel sind seit 1946 verschollen

Vom Erfolg konnten sich die vielen Besucher überzeugen. Gegenwärtig wird gerade die Fassade des Schlosses saniert. Dafür fließen Fördermittel aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. 

Viele Besucher nutzten nach der interessanten Führung die Möglichkeit, im Gartensaal des Schlosses gemütlich Kaffee zu trinken oder einen Spaziergang durch den Park zu unternehmen. 

Ursprünglich im Rokokostil errichtet, wurden Schloss und auch der Gartensaal im Jahr 1843 von Edo und Helene Schulenburg im Stil des Klassizismus umgebaut. Dieses Schicksal teilten zu dieser Zeit viele Barockschlösser.

Die heutigen Flügeltüren, die alle Säle des Erdgeschosses verbinden, stammen aus der Zeit dieses Schlossumbaus, erfuhren die Besucher bei der Führung. Lediglich im Obergeschoss des Schlosses sind noch die originalen Türen aus der Rokokozeit erhalten.

"Leider sind die Möbel, die einst im Gartensaal standen, verschollen", so Graf von der Schulenburg. Die Möbel wurden im Jahr 1946 vermutlich in die damalige Sowjetunion verschleppt. Für die Wiederauffindung haben Schulenburgs eine Belohnung ausgesetzt. 

Die Kaffeetrinker im Gartensaal hatten genug Muße, sich die Ölgemälde anzuschauen, die einige Mitglieder der Familie von der Schulenburg zeigen, darunter auch den Erbauer des Schlosses. Dass es einen geheimen Gang vom Schloss bis zur Gruft der Kirche gibt, wollte Alexander von der Schulenburg weder bestätigen, noch dementieren. "Ich habe ihn selbst noch nicht entdeckt. Es ist aber durchaus möglich, dass er existiert", so sein Kommentar.

Viele Schlossbesucher nahmen deshalb zwangsläufig den Weg über die Straße, um die ebenfalls geöffnete Kirche zu besuchen.


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Dokument erstellt am 15.09.2010 um 05:20:35 Uhr
Erscheinungsdatum 15.09.2010 | Ausgabe: wms