Geschichte des Rittergutes

kolorierte Lithografie von Duncker ca. aus dem Jahr 1848

Aus Vorwerken entwickelten sich im 17. und 18. Jahrhundert die selbständigen Rittergüter Kehnert, Schricke, Detzel, Ramstedt und Ìtz. Nach dem Ausscheiden der mittleren Linie der Schulenburgs (1561) blieben nur die ältere und die jüngere Linie im Besitz von Gutsanteilen, bis 1738 die ältere Linie ihren Anteil an die jüngere verkaufte, die das Rittergut Angern bis 1945 allein besaß.

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Geschichte des Orts Angern

Angern und Wenddorf, zwei im Kreis Wolmirstedt (heute Bördekreis) gehörige Dörfer, liegen unweit des Südrandes der Altmark. Die Dorfstätten erheben sich etwa 120 m über dem Meeresspiegel. Die Feldmarken sind von vielen Gräben durchzogen; Acker, Wiese, Wald wechseln in wohltuender Weise miteinander ab.

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Anno 1631

Nachdem das Schloss, sämtliche Gutsgebäude sowie das gesamte Dorf und die Kirche anno 1626 im Dreißigjährigen Krieges von durchziehenden Truppen mehrmals Raub der Flammen und stark verwüstet wurde und bis zum Kriegsende wüst gelegen hatte, blieb es noch bis zum Jahre 1738 im Besitz des älteren Zweiges der Familie von der Schulenburg. Die Besitzer wohnten meist nicht in Angem, und das Gut wurde von einem Amtmann verwaltet.

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Anno 1160

Die Gründung des Ortes Angern ist nicht durch schriftliche Zeugnisse belegt. Gleichwohl war die Gegend bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wovon zahlreiche Bodenfunde Zeugnis geben.  Erste Siedlungen in der Gegend wurden von den Angeln errichtet.

Angern, Dorf und Schloss, etwa dreißig Kilometer nördlich von Magdeburg gelegen (Anfahrt) findet in den Urkunden nicht vor dem vierzehnten Jahrhundert Erwähnung, wenn nicht etwa das in einem Privilegium Kaiser Heinrich IV. vom Jahre 1073 genannte Angern, wodurch er die Wormser von den Königlichen Zöllen an verschiedenen Orten befreit, damit identisch sein sollte. Dagegen ist das Auftreten von Mitgliedern der Familie von Angern, die ihren Namen von diesem Ort ableitet, schon für die Jahre 11601217und folgende geschichtlich beglaubigt. Damit ist auch das Bestehen obigen Ortes dokumentiert, von dem die Familie, obwohl ihr einstiger Besitz darin urkundlich nicht mehr nachzuweisen ist, zweifellos ihren Namen herleitet.

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Anno 1736

Nach dem Tode von Heinrich Hartwig (1677-1734) brach Konkurs aus und Angern wurde zum Verkauf gestellt. Die drei Güter waren durch die geringe Größe der einzelnen Höfe nicht wirtschaftlich und gerieten daher in Zahlungsschwierigkeiten.

Der Königlich Sardinische General der Infanterie Christoph Daniel (1679-1763) v. d. Schulenburg kaufte Gut und Schloss Angern aus den Händen der Gläubiger und vereinigte durch diesen Kauf alle Teile wieder in seiner Hand und zwar als Allodial-Besitz.

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Anno 1336

Im Jahr 1336 verzichtete Markgraf Ludwig I. von Brandenburg auf mehrere Ortschaften, darunter Angern, das nun nicht mehr zur brandenburgischen Altmark sondern zum Erzbistum Magdeburg gehörte. Damit erneuerte der Erzbischof die Belehnung der Markgrafen mit den erzbischöflichen Gütern in der Altmark, wobei aber Wolmirstedt, Alvensleben, Rogätz, Angern und die Grafschaft Billingshoch (südlich der Ohre gelegen) ausdrücklich als Besitzungen des Erzstiftes Magdeburg anerkannt wurden. Für ihn und seine Nachfolger gingen alle Ansprüche auf Angern nebst anderen nördlich von der Ohre gelegenen - von der Belehnung ausgeschlossenen Ortschaften - damit an das Erzstift Magdeburg über. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Angern.

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Anno 1843

Anno 1843-1849 wiederum etwa hundert Jahre nach Bau des Hauses, veränderte Edo Friedrich Christoph Daniel Landrat des Kreises Wolmirstedt - das Erscheinungsbild des Schlosses Angern dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend. Es wurde vermutlich von Ludwig Persius im Stil der Zeit umgestaltet, das Mezzaningeschoss wurde ergänzt, das barocke Walmdach wurde durch ein flaches Zinkdach ersetzt. Vorbild war vermutlich die ebenfalls von Persius im Auftrag von Edos Schwiegervater Curd v. Schöning gestaltete Villa Schöningen gegenüber dem Jagdschloss Glienicke in Potsdam.

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Anno 1448

Die Urkunden der nächsten Zeit nennen nur Pfandinhaber von Angern, und zwar in den Jahren 1392 und 1403 die von Rengerslage, im Jahre 1411 Sander von Hermersdorf und anno 1424 Dieter von Zerbst. Am 19. März 1424 gelangte der Kurfürstliche Rat und Hauptmann der Altmark Bernhard (IV) von der Schulenburg - außer seinem Erbteil an Beetzendorf - mit seinem Bruder Werner in den Pfandbesitz von Schloss Angern, das der Erzbischof Günther von Magdeburg ihm, seinen Bruder und von Zerbst für 400 Rheinische Gulden versetzte. 

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Anno 1947

Friedrich Wilhelm Christoph Daniel war am 24. März 1921 - acht Tage vor dem Stichtag der Zwangsauflösungsverordnung - gestorben, so dass das gebundene Vermögen mit dem Ìbergang nicht frei wurde. Sein Sohn Graf Sigurd­ Wilhelm beabsichtigte, sich mit einer bürgerlichen Frau zu verheiraten, und hätte nach den fort geltenden Fideikommissbestimmungen in diesem Falle das Fideikommiss an den nächstberechtigten Anwärter abtreten müssen.

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Anno 1567

Anno 1567 wird das Lehen auf die weiße Linie des Geschlechts als Fideikommiss übertragen, was bedeutet, dass der Besitz auch nach dem Tod des Lehnsinhabers in der Familie verbleibt und nicht an den Erzbischof zurückfällt. Fortan werden in Angern drei Güter geführt: 'Gut Alt Hansens Teil' und Gut Vergunst. Die drei Brüder vererbten ihre Güter jeweils an ihre erstgeborenen männlichen Nachkommen.

Der Urenkel von Busse I., Busso VI. (1550-1601), verarmte völlig und geriet in Konkurs, sein Anteil wurde von seinen Gläubigem in Besitz genommen. Erst sein Sohn Hans XII. konnte den Besitz 1602 zurückkaufen. Daher rührt der Name ,Alt Hansens Teil'.

Anno 2049

Anno 2049 - was mag hundert Jahre nach dem letzten einschneidenden Ereignis das Schloss und die Familie v.d. Schulenburg erwarten ?